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Die legendären Erlebnisse des Dolmetschers des Dalai Lama und Panchen Lama
    Datum:2015-11-02 Quelle: China Tibet Online Autor:  

Es gibt einen alten Tibeter. Er trat mit zwölf Jahren der Roten Armee bei. Seit dem Alter von 17 Jahren war er zunächst als Dolmetscher des 14. Dalai Lama und dann des 10. Panchen Lama tätig, und hat mehrmals Mao Zedong getroffen. Er ist auch der erste tibetische Doktorbetreuer Chinas und ein Meister der Forschung über die Erzähl- und Gesangskunst „Gesar“. Er heißt Jampel Gyatsho – sein Name ist derselbe wie der des 8. Dalai Lama.

 

Jampel Gyatsho,Dolmetscher der großen Rinpoche

Jampel Gyatsho wurde im Oktober 1938 im Kreis Batang im Autonomen Bezirk Garzê der Tibeter in der Provinz Sichuan geboren. Er hat sechs Geschwister. Sein Vater war Wanderarbeiter, und seine Mutter zog die Kinder zu Hause groß. Das Haus und das Ackerland wurden vom Grundherrn gemietet. Das Leben war schwierig. Mit sieben Jahren hatte er ein Erlebnis, durch das er auch Glück im Unglück hatte. Um seiner Mutter bei der Ernährung der Familie zu helfen, ging er als Lernbegleiter der Kinder der Dorfleiter der tibetischen Regionen zu den Gebieten der Han-Chinesen. Im Dezember 1949 kündigte der Kreis Batang die friedliche Befreiung an. Im Juni 1950 traf die Volksbefreiungsarmee im Kreis Batang ein. Genau in diesem Jahr schloss Jampel Gyatsho die Grundschule ab. Damals war er unter zwölf Jahre alt, und sein älterer Bruder war bereits Mitglied der Organisation im Umkreis der unterirdischen Partei Batang der Kommunistischen Partei (KP) Chinas. Sein Bruder teilte ihm mit, dass die Volksbefreiungsarmee besser als die Kuomintang sei. Sie werde einen Ausweg finden, nur wenn sie der KP und der Volksbefreiungsarmee folgen.

In jener turbulenten Zeit hatte der kleine Jampel Gyatsho bereits drei Arten von Armeen gesehen: Eine war die barbarische Armee der lokalen Regierungen im alten Tibet, die oft Kriege zwischen Stämmen anstiftete; die andere war die Armee der Kuomintang, die die Menschen nicht respektierte und nur wehrfähige Männer zwangsrekrutierte; und dann war da die freundliche Volksbefreiungsarmee. Die Volksbefreiungsarmee bezeichnete die Menschen als tibetische Landsleute. Sie führte Lebensmittel mit sich und plünderte nie. Jampel Gyatsho kann sich heute noch daran erinnern, dass ein Soldat der Volksbefreiungsarmee Erdnüsse aß und den leckeren Duft roch. Er erinnert sich: „Damals sagte ich: ‚Was ist das eigentlich? Es duftet wunderbar. Gib mir etwas davon!‘ Die Soldaten hatten selbst auch wenig, aber gaben mir noch eine Handvoll. Ich dachte, es geht, wenn ich diesen Menschen folge. Sie sind zuverlässig.“ Deswegen wollte der kleine Jampel Gyatsho der KP folgen.


Daher trat Jampel Gyatsho, der noch kleiner als ein Gewehr war, der Volksbefreiungsarmee bei. 1951 kam er mit der Armee in Lhasa an und wurde dann in die Schule im Militärbezirk Tibet geschickt, um dort Tibetisch zu lernen. Damals konnten in Tibet nur die Kinder aus großen adligen Familien zur Schule gehen und Tibetisch lernen. Die normalen Tibeter konnten nur Tibetisch sprechen, kannten aber keine Schriftzeichen. Jampel Gyatsho schätzte die Bildungschance sehr und strengte sich in der Schule an. Ende 1953 erhielt der 15-jährige Jampel Gyatsho bei der Prüfung 94 Noten und stand auf Platz 1 unter den mehr als 800 Schülern.

1954 wurde Jampel Gyatsho, der ausgezeichnete Studienleistungen erbracht hatte, ausgewählt und zum Studium in die südwestchinesische Hochschule für Nationale Minderheiten geschickt. Im Mai 1955 fuhr der Dalai Lama, der gerade an der Tagung des 1. Nationalen Volkskongresses (NVK) teilgenommen hatte, bei der Rückkehr nach Lhasa durch Chongqing. Der 17-jährige Jampel Gyatsho bekam die Aufgabe, für ihn zu dolmetschen.

Panchen Rinpochen(link1.)und Dalai Lama(link2) mit Ministerpräsident Zhou Enlai(recht2.) in Indien

Damals war der Dalai Lama der stellvertretende Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des NVK und der Panchen Lama der stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV). Der Vorsitzende Mao nannte sie die jüngsten Spitzenpolitiker. Jeden Tag, von 4.30 Uhr bis 23.00 Uhr, lebte Jampel Gyatsho als Dolmetscher zwei Monate mit dem Dalai Lama zusammen.

Dieses Erlebnis machte Jampel Gyatsho ehrenvoll und stolz: „Meine Mutter ist eine frommherzige buddhistische Anhängerin. Aber einen kleinen Rinpoche im Kreis Batang kann sogar meine Mutter nicht sehen. Ich kann jedoch mit dem Dalai Lama zusammensitzen und für ihn dolmetschen.“

Nach einem Aufenthalt von einem halben Monat in Chongqing erreichte der Dalai Lama Chengdu. In der Zwischenzeit passierte etwas Unannehmliches zwischen ihm und den Leitern der Provinz Sichuan. Um dieses Problem zu lösen, fuhr der damalige Ministerpräsident Zhou Enlai persönlich nach Chengdu. Nach der Ankunft in Chengdu ließ er den Dalai Lama und den Panchen Lama sein Fahrzeug nutzen. Damals gab es in China sehr wenige Fahrzeuge.

Jampel Gyatsho erinnert sich daran, dass sich Ministerpräsident Zhou Enlai vom Dalai Lama über die Einrichtung des neuen Regimes in Tibet beraten ließ. Der Dalai Lama sagte: „Gut, so werden wir es machen.“ Zhou sagte, dass das Zentralkomitee der KP Chinas bereits darüber geforscht hätte. Die Anweisung des Vorsitzenden Mao – „Solidarität, Fortschritt und weitere Entwicklung“ – sollte offiziell als Richtlinie der Tibet-Arbeit festgelegt werden. Zhou fragte, ob der Dalai Lama damit einverstanden sei. Der Dalai Lama antwortete: „Ich unterstütze es entschieden. Wir werden die Anweisung des Vorsitzenden Mao befolgen und die Tibet-Arbeit gut durchführen, um eine wichtige Grundlage für die umfassende Verwirklichung der regionalen Autonomie der Nationalitäten zu schaffen.“

Jampel Gyatsho bemerkte, dass der Dalai Lama während des Gesprächs wegen der Sitzordnung jedes Mal sein Gesicht wenden musste, um den Dolmetscher zu sehen. Ministerpräsident Zhou sah dies und wechselte extra den Sitz des Dolmetschers zur anderen Seite des Dalai Lama. Er neigte das Gesicht selbst, um den Dolmetscher zu sehen. Dieses kleine Detail begeisterte Jampel Gyatsho. Als Regierungschef des Landes konnte Zhou den Rinpoche so zuvorkommend behandeln.

1956 arbeitete Jampel Gyatsho nach dem Abschluss von der südwestchinesischen Hochschule für Nationale Minderheiten in Beijing. Er war in der Kommission für Nationalitäten beim Zentralkomitee der KP Chinas als Dolmetscher tätig. Drei Jahre später, kurz vor der Tagung des 2. NVK, wurde Jampel Gyatsho noch einmal als Dolmetscher des Dalai Lama beauftragt. Allerdings ereignete sich am 10. März in Tibet ein Aufstand. Sieben Tage später ergriff der Dalai Lama die Flucht. Diese Nachricht erstaunte Jampel Gyatsho sehr.

Danach vertrat der 10. Panchen Lama Tibet und sorgte dafür, dass keine Instabilität in Tibet herrschen würde. Daher wurde Jampel Gyatsho nach Tibet geschickt, wo er als Dolmetscher des Panchen Lama arbeitete. Genau wie Jampel Gyatsho war der 10. Panchen Lama damals erst 21 Jahre alt, aber politisch sehr bewandert. Nach der Flucht des Dalai Lama hoffte die Zentralregierung stetig, dass er zurückkehren und der große tibetische Rinpoche sein könnte. Deswegen wurde sein Amt immer beibehalten. Der Panchen Lama verstand das Engagement der Zentralregierung und dankte dafür, dass der Ministerpräsident im Tätigkeitsbericht der Regierung den Dalai Lama von der reaktionären Clique der tibetischen Oberschicht getrennt hatte. Er sagte: „Der Dalai Lama und ich sind religiöse Freunde und Gefolgsmänner des Meisters Tsongkhapa. Ich bin hocherfreut darüber, dass die Zentralregierung das tibetische Volk versteht und den Dalai Lama nicht für einen Sünder hält, der das Vaterland verraten hat. Ich hoffe auch, dass er von der Kontrolle der Reaktionäre loskommen, so bald wie möglich zurückkehren und gemeinsam mit dem tibetischen Volk ein neues Tibet aufbauen kann.“

Seitdem dolmetschte Jampel Gyatsho offiziell für den Panchen Lama.

 

Nun ist Jampel Gyatsho bereits in hohem Alter. Im September 2015 nahm er am 7. Internationalen Symposium über Gesar teil. Während der Pause war Jampel Gyatsho sehr beschäftigt. In einer Hand nahm er eine Tasse Kaffee und mit der anderen Hand nutzte er das Handy, um soziale Netzwerkkontakte mit einer Gruppe von in den 1990er Jahren geborenen jungen Gelehrten auszutauschen. Bereitwillig empfahl er den jungen Gelehrten Lehrer aus dem akademischen Bereich und beantwortete die Fragen von ihnen. Er lachte heiter, schien rüstig, stark und kräftig. Er verfügte über tiefgründige Gedanken und verstand es, sich gut auszudrücken. Seine Haare waren auch noch kurz und ordentlich wie die der Soldaten. Seine Sprache und sein Verhalten demonstrierten natürlich den Charme eines Meisters.

 
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